Candy von Valentino Rossi

"Emmi" - dob 06.03.2010;
"Emmi" - dob 06.03.2010;

Sire: Ö. Ju.Ch. Claremorris Vagabond

Dam: Barichella v. Valentino Rossi


Züchter: Birgit Schmidl, Kennel "v. Valentino Rossi" Gmunden, OÖ
Besitzer: Mag. Birgit Zehetmayer

Coat: broken coated / tricoloured
BAER: beidseitig hörend
Katarakt/PRA: frei / clear 

Erstuntersuchung inkl. Gonioskopie: 11. Nov. 2012

Augenuntersuchung ohne Befund bestätigt am 11. Nov. 2013, bestätigt am 24. Februar 2015 jeweils Vetmeduni Vienna, bestätigt am 12. Juli 2016, Tierklinik Leonding.
PLL: frei durch Abstammung
LOA (AHT, UK): frei / clear
SCA (OFA, Missouri, USA): frei / clear
PL: 0/0

 

Jagdl. Prüfungen:

BhFK-H = Rinya Kupa - Bauhund Prüfung an Fuchs im Kunstbau - Ungarn; 21. März 2015; 

WaT-H = Rinya Kupa - Wasser Prüfung, Ungarn; 21. März 2015; 

SPA / AP (Spurarbeit, Anlagenprüfung im I-h Preis; 113 Punkte); 23. Juni 2013

 

Formwert: Vorzüglich
CACA, Res. CACIB, 24.09.2011, Tulln, Richter: Geoffrey Burnhill (ENG)

Emmi ist eine betonenswert freundliche Hündin, die aktiv keinerlei Feindschaften pflegt, wobei sie ganz nach Terrier-Art einer anständigen Rauferei keineswegs aus dem Weg geht, sollte diese von ihrem jeweiligen Gegenüber denn nachhaltig eingefordert werden. Emmi zeichnet sich durch sehr hohe Wasserfreude und eine sehr gute Nase aus. Als ihr neues Steckenpferd stellt sich neuerdings die Stöberarbeit heraus, sie jagt weit, konzentriert und unbeirrt im Rudel mit ihr völlig fremden Hunden und lässt sich dabei vergleichsweise recht gut abrufen. Bei Treibjagden trägt sie mit solider, konzentrierter Arbeit ihren Anteil bei, auch die Hasenspur, als reine Nasenarbeit, da sie keinerlei Sichtkontakt zum Hasen unterhält, liegt ihr im Blut und macht ihr unbändige Freude. Weniger begeistert war sie anfangs von Übungen wie dem für die Prüfung notwendigen "Ziehens des verendeten Fuches aus dem Bau/der Röhre", wobei allein die vermutete Präsenz eines lebenden Fuchses sie in dermaßen entschiedene Empörung versetzt, den Bau rasant und entschieden bis zum unmittelbaren Rendezvous mit dem Widersacher anzunehmen. Bei Terriern ihrer Veranlagung zur engen Hundeführer-Bindung hat man allerdings gute Chancen, den Hund im Geschehen - je nach Dringlichkeit des Appells ;-) - auch ab- und aus den Gefahrenbereich rufen zu können.

 

Emmi verfügt über einen soliden, voluminösen, warmen Standlaut am lebenden Stück. Wenn sie das zu bejagende Wild stellt, verbellt sie unentwegt kraftvoll und sehr entschlossen. Dieses Verhalten wurde bei den englischen Arbeitsterrierrassen gezielt herangezüchtet und steht in krassem Widerspruch zu den Erwartungen kontinentaleuropäischer Jäger, die bereits das laute Verfolgen einer Spur von ihren Hunden erwarten. Der englische Arbeitsterrier soll das "gestellte" Wild anzeigen, sei dies nun über oder unter der Erde. Dies mag damit zusammenhängen, dass der englische Jäger in der Regel weiß, wo sich sein Hund im Trieb in etwa befindet, da dieser von den ursprünglichen Ansprüchen her betonenswert stark führerbezogen gezüchtet wurde. Zu warnen sei hier also zugleich vor solchen Erwartungen, die aus dem Parson Jack Russell Terrier einen weißen Deutschen Jagdterrier erzwingen wollen.    

Ein Schnappschuß aus dem Alltag: Emmi ungetrimmt im Winterpelz, bergab stehend in der Abendsonne... auch dann ein sehr typvoller, ausnehmend hübscher Parson Russell Terrier
Ein Schnappschuß aus dem Alltag: Emmi ungetrimmt im Winterpelz, bergab stehend in der Abendsonne... auch dann ein sehr typvoller, ausnehmend hübscher Parson Russell Terrier

Als Mutterhündin erwies sich Emmi sehr instinktsicher. Sie wickelt ihre Welpengeburt in ihrem eigenen Tempo, sehr ruhig und selbstsicher ab. Sie ist eine sehr hingebungsvolle, besorgte Mutter, die anfangs bei jedem Laut der Welpen sofort und unablenkbar nach dem Rechten sieht. Vor allem in den ersten beiden Lebenswochen weicht sie nur sehr widerwillig von deren Seite um bspw. ihre Geschäfte zu verrichten. Bis in die 8. Lebenswoche hinein bietet sie ihren Welpen Muttermilch an. Auffallend ist, dass sie ihr sehr freundliches und gewinnendes Wesen an alle Nachkommen weitergegeben hat und sie zu recht selbstbewussten Terriern erzieht, die neugierig und stets freundlich aufgeschlossen die Welt erkunden.

 

Emmi mit ihrer sehr satten Tochter "Believe in Magic" *Bea*
Emmi mit ihrer sehr satten Tochter "Believe in Magic" *Bea*

Emmi ist gewissermaßen ein 'Second-Hand'-Hund, der dereinst an einen Platz vergeben wurde an dem man immer schon einen Terrier exakt dieser Rasse haben wollte, dann aber ob deren Lebhaftigkeit binnen zweier Wochen überfordert war. Ich hatte früh ein sehr interessiertes Auge auf diesen Wurf geworfen, der ja auch bis heute die einzige Nachzucht des sehr hübschen, toll gebauten, sehr charmanten Claremorris Vagabond ist. Da dieser aber ein Wurfbruder meines 'Pauli', Claremorris Voyager ist, zögerte ich. 'Gandhi', wie er gerufen wird, wurde zu Recht Österr. Jugendchampion und hat die Baujagd aus Zufall und gegen den Willen seiner Besitzerin im zarten Alter von 7 Jahren für sich entdeckt.

 

Ich übernahm Emmi als sie knappe vier Monate alt war direkt von der Züchterin Birgit Schmidl, die den Hund umgehend zurückgeholt hatte. Binnen weniger Tage entwickelte sie sich mit dem nötigen Arbeits- und Spielpensum im Artgenossenumfeld hervorragend und ich konnte zu keinem Zeitpunkt je diese angeblich nervenaufreibende Hyper-Aktivität feststellen, die ihren Vorbesitzern so sehr zur Beschwernis geworden war. Vielmehr zeichnete sich dieser wenige Wochen alte Hund früh durch Arbeitswillen und eine 'selektive' Passion aus - denn 'Emmi' legt auch recht viel Energie in die Demonstration ihres Missfallens an langweiligen Aktivitäten. Sie passt auch von ihren Arbeitsanlagen in keine Schublade, denn gerade wenn man sich nach aussichtslos anmutenden Übungen dazu anschickt, einen Einsatzbereich schulterzuckend abzuhaken, ist sie immer für Überraschungen gut - als hätte sie nur darauf gewartet unterschätzt zu werden ;-)


Emmi ist eine "sanfte" Anführerin, sie ist sehr tolerant und spielt freudig mit ihren Nachkommen aber auch fremden Artgenossen. Im Rudel behauptet sie mit der ihr eigenen charmanten aber konsequenten Art ihre Position, die sie am obersten Podest zu erkennen meint. Letztendlich spricht sie das maßgebliche Wörtchen unter den Vierbeinern, wenn die Richtung in der es lang zu gehen hat zur Auswahl steht. Sie liebt Kinder und begrüßt lustigerweise v.a. ältere Damen begeistert wie alte Bekannte.

 

Da in ihrer Abstammungslinie mütterlicherseits das Zuchtaugenmerk doch vergleichsweise wenig auf Gebrauchsmerkmalen lag (wobei sowohl ihre Mutter, Barichella von Valentino Rossi, als auch ihre Großmutter "Emily Paris Vom Ganzen Herzen" hervorragende jagdliche Anlagen zeigen) halte ich im Sinne des anlagenergänzenden Zuchtansatzes bei ihr gerne nach Deckrüden Ausschau, die selbst erfolgreich jagdlich geprüft und geführt werden und gerade in jenen Fächern glänzen, die bei ihr ausbaufähig oder verstärkungswert erscheinen ;-) oder nach Paarungspartnern, die aus den alten englischen Arbeitsterrierlinien stammen und diese Anlagen deutlich erkennbar im Repertoire führen, auch wenn die Hunde in den Gebrauchsfächern üblicherweise nicht "geprüft" werden, da sich dem englischen Terrierman-Verständnis zufolge der Hund in der unmittelbaren Arbeit beweist und die Prüfungssituation als nicht ausreichend praxisnah bewertet wird. Eine Ansicht, die bei gründlicher Abwägung nicht von der Hand zu weisen ist.

 

Väterlicherseits führt ihre Linie über "Claremorris" zurück in vierter Generation auf "Hoelio" somit den alten englischen Blutlinien von Barry Jones (zuvor "Heliwar"). Auf Emmis Ururgroßmutter "Hoelio Patch" sind bis heute die jagdlichen Linien des Claremorris Kennels zurückzuführen.